Buchtipp - Gesucht: Kunst! - Phantombild eines Jokers

So stark Wolfgang Ullrich in seiner Zerlegung tradierter Meinungen zum Begriff Kunst - hier trefflich als Kunst! beschrieben - ist, so ungenau wird er, wenn er seine eigene Gedankenwelt zum Thema hernach aufbaut. Richtig und wichtig ist es, den Begriff Kunst kritisch zu hinterleuchten. Wer führt ihn im Munde und will was damit erreichen? Tiefsinnig schildert Ullrich, was es für den junden Künstler von heute heißt, sich dem Begriff unterzuordnen und im Kunstbetrieb einzufügen. Wie in anderen Bereichen auch so schafft sich der Kunstbetrieb seine Grenzen um alsdann den Übergang nach eigenem Gusto zu kontrollieren. Trefflich zu lesen sind auch seine Anmerkungen zur Zeit, insbesondere im Hinblick auf den an den Exponaten nagenden Zahn derselben. Etwas schwächer wird der Professor dann, wenn er nach gelungener Demontange weiter Teile der vorherrschenden Kunstkritik versucht, ein alternatives Denkgebäude an den Start zu bringen. Und trotzdem bleibt es eine Buchempfehlung.

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