Buchtipp - Bilder bewegen - Von der Kunstkammer zum Endspiel
Februar 8th, 2008Das Buch versammelt eine Reihe von Aufsätzen und Reden von Horst Bredekamp, seines Zeichens Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität und Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Wer sich von kunsthistorischem Wortgeklingel nicht abhalten läßt und auch einsame Pässe im Grammatik-Gebirge findet, kann sich herrlich an dem Kunstkritiker und seiner Sicht reiben. Wem es nicht darum geht, seine eigene Meinung zu lesen sondern es vergnügt, eine andere zu lesen (und seine eigene daraufhin zu prüfen), dem sei dies Buch empfohlen.
Kostproben gewünscht? “Die Visualisierung der Chaosformeln hat auch deswegen einen starken Hang zum Sakralen, weil sie ihre ideologischen Prämissen aus einer säkularisierten Selbstvergottung bezieht, die auch die Metaphysik des Computers geprägt hat.” Aber gilt nicht auch: wes (Mandel)brot ich ess, des Lied ich sing! - In einer medialen Welt tut es der Forschung gut, wenn sie um Ressourcen kämpft und Bildhaftes vorzeigen kann.
Und: “Um allmächtig sein zu können, muß Gott würfeln, denn wenn er einem Nutzzweck unterworfen wäre, gäbe es eine Instanz über ihm.” Diese Bredekampsche Antwort auf Einsteins “Gott würfelt nicht!” läßt schmunzeln. Wie auch immer man dazu steht, das der alte Patentbeamte erkannte, dass Mathematik und Physik zur Zeit den “Zufall” nicht hergeben und gleichzeitig einem Gottglauben eine Option bewahren wollte, hat er doch nicht mehr gesagt, als daß, sollte die Option weiter gelten, sie nicht schon der gewonnenen Erkenntnis zuwider laufen möge. Und darüber hinaus sei angemerkt, daß Logik ein weitläufiges Feld ist, auf dem sich schon so mancher verlaufen hat. Wenn Gott nicht würfelt, kann er das aus freiem Willen tun. Und eben dieser freie Wille ist wohl der gravierende Unterschied zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen. Was uns auch milde stimmt, denn auch der Professor konnte es somit nicht anders formulieren als er es tat.
Anregend zu lesen sind auch die Gedanken zum Vorläufer des Fußballs. Und Argumente Bacon zu lese, werden auch zuhauf geliefert.








